Texte und Modelle: H. Birkenheuer und L. Kirchmeyer
Grafik und Fotos: H. Birkenheuer -


1. Einleitung

1.1 Vorwort


1.2 Die politischen Hintergründe für die Entscheidung der römischen Garnison an der Erftmündung

Legionär zur Zeit Augustus *1 )
Nachdem Julius Caesar (58 bis 49 v.Chr.) ganz Gallien bis an den Rhein unterworfen hatte, blieb das östliche Grenzgebiet von ständigen Überfällen durch germanische Reiterhorden nicht verschont.


Aus den römischen Überlieferungen sind einige herausragende Ereignisse aus dieser Region bekannt:

37/38 und 30/29 v. Chr. überschritten die Sueber im nördlichen Bereich den Rhein, ohne auf wesentlichen römischen Widerstand zu stoßen.
Bereits 30 v. Chr. gab es ein vorgeschobenes Militärlager auf dem Petrisberg bei Trier, um von hier aus Germanische Reiterverbände abzufangen. 17/16 v. Chr. setzten erneut die Tenkterer, Usipeten und die Sugambrer bei Vetera ( Xanten ) über den Rhein. Der Legat Marcus Lollius versuchte nördlich von Bonn mit der V. Legion den Ansturm zu stoppen, wurde jedoch vernichtend geschlagen, wobei der Legionsadler verloren ging.
18/17 v. Chr. bestand bereits bei Trier eine römische Brücke über die Mosel, um schnell Truppen aus Gallien an die nördliche Rheingrenze zu verlegen.

Die Schande des Legaten Lollius könnte der Grund gewesen sein, dass Augustus von 16 bis 13 v. Chr. sich persönlich in Gallien aufhielt, um mit dem Stadthalter Agrippa eine stabile römische Aufmarschlinie an den Rhein und geplant bis an die Elbe zu organisieren. Am Ende der vorläufigen östlichen Front entstand um 16/15 v. Chr. an der Erftmündung ( Neuss ) das erste römische Feldlager. Dieses Lager war der Ursprung für eine fast 300-jährige römische Garnison, mit einer Vielzahl von zeitlich versetzten Feld-und Standlagern. Das letzte, ein Alen-Lager (Reiterlager) soll bis 274 n. Chr., dem ersten Einfall der Franken, bestanden haben.

*1) Zeichnung v. John Warry - Kriegskunst der Griechen und Römer