Römischer Centurio *4 )
|
I. Geschichte
Der römische Schriftsteller und Historiker PUBLIUS CORNELIUS TACITUS. ( ca. 58 – 120 n. Chr. ) hat in seinen HISTORIEN. erstmalig den Begriff NOVAESIUM. in der Literatur eingeführt. Seine eindrucksvolle Schilderung des Bataveraufstandes lässt den Schluss zu, dass NOVAESIUM im heutigen Stadtgebiet von Neuss zu finden ist.
Die von Constantin Koenen ausgegrabenen Fundamentreste eines nahezu kompletten römischen Legionslagers an der Erftmündung sind eines der ältesten Zeugnisse Neusser Stadtgeschichte. Um 43 n. Chr. wurde ein festes Legionslager neben den noch betandenen festen Feldlager errichtet. Die in Erd/Holzbauweise errichtete Ausführung des Legionslagers wurde beim Bataveraufstand 69 n. Chr. zerstört und bereits 71 n. Chr. bestand ein in Steinbauweise neues Legionslager auf dem Grundriss des zerstörten Erd/Holzlagers. Man kann davon ausgehen, dass zur damaligen Zeit an der Erftmündung rund 8.500 Menschen im Legionslager *1), ca. 1.200 Menschen in der Lagervorstadt und in den umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben lebten. Diese massive Ansammlung hatte politische Gründe, den Novaesium war einer der 6 Legionsstandorte *2), die zeitweise für die römische Präsenz und Sicherheit der Grenze zum benachbarten Germanien zuständig waren 3*).
An der Erftmündung bestand von 16/15 v. Chr. bis 274 n. Chr. eine römische Garnison. Es gab dort 12 unterschiedliche römische Lager. Das herausragendste war das Legionslager CASTRUM NOVAESIUM., auch Koenen Lager genannt, das von 43 bis 105 n. Chr. bestand.
43 n. Chr. wurde die erste Erd/Holz-Bauphase des Legionslagers ( 43 bis 50 n. Chr. ) von der XVI.LEGIO GALLICA. gebaut. Beim Bataveraufstand 69 n. Chr. wurde die zweite Erd/Holz-Bauphase zerstört, und 70 n. Chr. als erste Steinbauphase ( 70 bis 85 n. Chr. ) von der VI LEGIO VICTRIX.neu errichtet. In der letzten zweiten Steinbauphase ( 85 bis 105 n. Chr.) wurden alle noch frei gebliebenen Flächen innerhalb der gesicherten Lagerfläche vollständig überbaut.
Brandspuren im Kasernenbereich des Lagers aus der Zeit zwischen 92 und 96 n. Chr. sind Anzeichen das bereits die ersten Kasernenblöcke aufgegeben und die letzte stationierte VI Legio VICTRIX schrittweise nach Vetera ( Xanten ) verlegt wurde.
|